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Sanierungsgebiet

 

Der Senat von Berlin hat im März 2009 den Beginn der Vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet Turmstraße beschlossen (Pressemitteilung zum Senatsbeschluss). Die Vorbereitenden Untersuchungen nach dem Besonderen Städtebaurecht (§§ 141 ff) des Baugesetzbuches (BauGB) bilden - in Abstimmung mit dem Bezirksamt Mitte - eine Beurteilungsgrundlage, auf deren Basis über Einsatz, Art und Umfang eines integrierten Stadterneuerungsverfahrens entschieden werden kann, um die festgestellten Ziele zu erreichen.

Die Vorbereitenden Untersuchungen bestehen aus der Analyse des Gebietszustands (baulich und funktional), der Entwicklung eines Leitbildes und eines integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Download) mit Sanierungszielen sowie einer Maßnahmen- und Kostenaufstellung unter Beteiligung der Träger öffentlicher Belange, Bewohner, Eigentümer, Gewerbetreibenden und sonstiger Akteure vor Ort.
Die Analyse ergab, dass die wesentlichen Schwächen des Gebiets in den Defiziten der Einzelhandelsstruktur entlang der Turmstraße und im Instandsetzungs- und Gestaltungsbedarf des öffentlichen Raums (Straßen, Plätze, Grün- und Freiflächen) bestehen. Die Funktionsschwäche der Turmstraße wurde verstärkt durch die Schließung des Hertie-Kaufhauses, die Insolvenz von Woolworth und durch untergenutzte Grundstücke. Es besteht eine Unterversorgung an Jugendfreizeiteinrichtungen und an öffentlichen Grünflächen. Einrichtungen wie Schulen, Kindertagesstätten und Kulturstandorte sind erneuerungs- und umbaubedürftig. Überlagert werden diese Mängel durch eine problematische Sozialstruktur: Das Gebiet ist insbesondere im nördlichen Teil geprägt durch eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote und einen doppelt so hohen Anteil von Empfängern von Existenzsicherungsleistungen im Vergleich zum Berliner Durchschnitt. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Anteil von Kindern unter 15 Jahren. Die südlich der Straße Alt-Moabit gelegenen Quartiere dagegen zeichnen sich durch eine stabile Bevölkerungsstruktur und positive Entwicklungsdynamik aus.

Die Untersuchungen führten zu folgendem Leitbild:
Die Turmstraße und ihr Umfeld sollen sich zu einem vielfältigen und funktionsfähigen Stadtteilzentrum der Moabiter Insel entwickeln.
Sie ist als räumliche, funktionale und identitätsstiftende Mitte Moabits wiederzugewinnen.


Ergebnis der Vorbereitenden Untersuchungen war die Feststellung, dass die förmliche Festsetzung der Turmstraße als Sanierungsgebiet und die Umsetzung der geplanten Maßnahmen im Leitprogramm Aktive Zentren geeignet sind, die Funktions- und Substanzschwächen des Gebiets zu beheben und die Turmstraße und ihr Umfeld als Stadtteilzentrum zu stabilisieren. Für das Gebiet der Vorbereitenden Untersuchungen (Download) wurde mit einer etwas abweichenden Abgrenzung (östlich bis zur Rathenower Straße erweitert, westlich bis zur Beusselstraße begrenzt) die förmliche Festlegung als Sanierungsgebiet gemäß § 142 BauGB im umfassenden Verfahren empfohlen.
Am 31. März 2011 folgte der Senat dieser Empfehlung und beschloss die förmliche Festsetzung des Sanierungsgebiets Turmstraße mit 6 weiteren Sanierungsgebieten in Berlin. Die Maßnahmen in der Turmstraße sollen mit Hilfe des Förderprogramms "Aktive Stadtzentren" innerhalb eines Zeitraumes von 15 Jahren durchgeführt werden. Bestandteil dieses Senatsbeschlusses ist ebenso der Kostenrahmen: Die geschätzten Kosten für diesen Prozess von ca. 33 Mio. € sind innerhalb dieses Zeitraumes aufzubringen und einzusetzen.

Folgende wichtige Gebietsziele wurden mit dem Entwicklungskonzept formuliert:

Informationsplan (4.5 MB)
Hertie vor der Schließung
Schließung Hertie
Schließung Woolworth
Spielplatz














Entwicklung der Turmstraße zu einem funktionsfähigen und attraktiven zentralen Einkaufs- und Versorgungsstandort für Moabit.
Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Turmstraße durch Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr.
Neue Nutzungsmöglichkeiten und Erneuerung des Ottoparks und des Kleinen Tiergartens als Mittelpunkt des Gebiets, Ort für Erholung und Freizeit und als Bindeglied zwischen den nördlich und südlich gelegenen Quartieren.
Stabilisierung der angrenzenden Wohnquartiere, Verbesserung des Wohnumfeldes (Spielplätze, Straßenräume, Wegeverbindungen, Stadtplätze und Grünflächen)
Erhaltung der besonderen Orte durch Gestaltung und Nutzung denkmalgeschützter und städtebaulich markanter Gebäude.
Aktivierung und Einbeziehung einer Vielzahl von Akteuren in den Entwicklungsprozess, Unterstützung der Nachbarschaften und des Gemeinwesens.

Ottopark

Das "Aktive Zentrum" an der Turmstraße zu stärken bedeutet, gemeinsam mit den Akteuren, Bewohnern und Partnern vor Ort die genannten Ziele fortzuschreiben, zu konkretisieren und umzusetzen.