Geschäftsstraßenkonzept

Die Turmstraße ist nur dann ein attraktiver Einkaufsort, wenn Kund_innen ein breites Angebot und auch qualitative Sortimente vorfinden. Eine Einkaufsstraße, die von Wettbüros und Bäckereiketten geprägt ist, mit einem einseitigen Warenangebot, ist wenig attraktiv. Das Warenangebot für die Turmstraße hingegen ist breit gefächert. Es zu erhalten und an einigen Stellen noch zu stärken, ist eines der zentralen Ziele im Aktiven Zentrum Turmstraße. Wie sich das Warenangebot der Turmstraße entwickelt, entscheiden maßgeblich folgende Akteur_innen: Die Gewerbetreibenden mit ihrer Angebotsgestaltung und die Eigentümer_innen mit ihrer Entscheidung für eine_n Mieter_in. Für eine tragfähige Geschäftsstraße, die auch den Eigentümer_innen stabile Mieterträge garantiert, bietet das Geschäftsstraßenkonzept (früher: Zentrumskonzept) für das Aktive Zentrum Turmstraße eine Hilfestellung.

Die Aussagen
Das Geschäftsstraßenkonzept zeigt zum einen den Bestand an Nutzungen in den Bereichen Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie an. Darüber hinaus bewertet es die Erdgeschosslagen in ihrer Funktion für die Geschäftsstraße und gibt Empfehlungen zur Qualifizierung des bestehenden Branchenmixes: Was fehlt der Turmstraße noch? Was für Angebote bestehen zur Genüge? Das Zentrumskonzept besteht seit 2013 und wurde durch die BVV Berlin-Mitte beschlossen.

Die Zielgruppen
Das Zentrumskonzept spricht Immobilieneigentümer, Gewerbetreibende und Projektentwicklern an, die mit ihren Entscheidungen die Entwicklung und Qualität der Geschäftsstraße mit beeinflussen. Für die Verwaltung des Bezirks Mitte ist das Konzept bei sanierungsrechtlichen Entscheidungen hilfreich. Es ist ein wichtiges Instrument, um Veränderungen und konkrete Vorhaben zu bewerten und Interessierte entsprechend zu beraten.

Das Orientierungshandbuch
Für einen schnellen Einblick in die Thematik gibt es eine Kurzfassung des Zentrums-konzepts unter dem Titel „Perspektiven für die Turmstraße – Orientierungshandbuch“. Knapp und in anschaulichen Karten zeigt es auf, welche Branchen in der Turmstraße unterrepräsentiert sind. Eine „Branchen-Ampel“ gibt dabei eine klar verständliche Empfehlung, ob eine weitere Ansiedlung in dieser Branche sinnvoll ist (grün), nur unter bestimmten Bedingungen empfohlen werden kann (gelb) oder negative Auswirkungen auf die Attraktivität der Geschäftsstraße hätte (rot). In dem handlichen Format ist das Orientierungshandbuch ein guter erster Einstieg in das Thema.

Die Handlungsempfehlungen des Zentrumskonzepts
Bei den Handlungsempfehlungen des Zentrumskonzepts wird unterschieden zwischen Nutzungen bzw. Sortimenten, die erwünscht, bisher aber noch nicht ausreichend vertreten sind, und solchen, die bereits zur Genüge vorhanden oder unerwünscht sind und entsprechend begrenzt bzw. reduziert werden sollten. Die Qualität der Nutzungen und Angebote spielt bei der Beurteilung eine besondere Rolle. Insgesamt wird deutlich, dass die Ansiedlung von höherwertigen Dienstleistungen und Einzelhandelsangeboten des mittel- und langfristigen Bedarfs in der Turmstraße eine besondere Priorität besitzt. So kann das Angebot zum Beispiel durch einen höherwertigen bzw. spezialisierten Waschsalon, ein Reisebüro oder einen Copyshop verbessert werden. Gleichzeitig ist es beispielsweise wichtig, die Zahl von Spielhallen, Wettbüros sowie Backshops zu reduzieren bzw. zu begrenzen. Denn diese Nutzungen blockieren wichtige Flächenpotenziale und behindern grundsätzlich die Verbesserung des Angebots- und Branchenmixes.

Das Zentrumskonzept verzahnt kommunikative, dem Geschäftsstraßenmanagement zur Verfügung stehende, Instrumente mit dem Sanierungsrecht. Es hilft dabei, die 2011 festgelegten Sanierungsziele im Blick zu behalten, den Nutzungs- und Branchenmix im Quartier zu verbessern und eine weitere positive Entwicklung des Geschäftszentrums sicherzustellen.