Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit
Das Gelände des ehemaligen Moabiter Krankhauses (Turmstraße 21) soll im Rahmen eines Masterplanverfahren zu einem klimaresilienten und CO2 neutralen Standort entwickelt werden.
Das Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit (GSZM) liegt versteckt im Blockinneren zwischen der Turm-, Lübecker-, Perleberger-, Birken- und Bandelstraße. Auf dem denkmalgeschützten ehemaligen Krankenhausstandort befinden sich nun soziale und gesundheitliche Einrichtungen sowie mehrere landeseigene Mieter:innen wie das LaGeSo und das LaGetSi. Das GSZM zeichnet sich durch die zahlreichen Klinkerbauten und seinen wertvollen Baumbestand aus, die dem Standort einen Campuscharakter verleihen. Das Areal Turmstraße 21 befindet sich im Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB) und wird durch die BIM als Eigentümervertreterin verwaltet.
Entwicklung zu einem klimaresilienten und CO2-neutralen Standort
Im April 2020 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den Standort zu einem „klimaresilienten und CO2-neutralen Quartier für soziale und gesundheitliche Dienstleistungen“ entwickeln und auszubauen. Zum einem bedeutetet das, die bestehenden Strukturen auf dem Areal qualitativ zu verbessern und an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Zum anderen sind hinzukommende Strukturen ökologisch und sozial nachhaltig zu integrieren.
Masterplanverfahren
Um dieses komplexe Unterfangen umzusetzen, haben 2022 das Bezirksamt Mitte und die BIM ein Masterplanverfahren eingeleitet. Mit dessen Durchführung wurde das Planungsbüro KoSP GmbH (Prozesssteuerung des Förder- und Sanierungsgebiets) beauftragt.
Mit einem öffentlichen Leitbildworkshop mit Nutzer:innen und angrenzenden Anwohner:innen des Geländes sowie repräsentativen Akteuren Moabits (u.a. BVV, Stadtteilvertretung) am 2. März 2023 wurde die Phase 0 des Verfahrens - ein vorgeschaltetes Dialogverfahren - abgeschlossen. In dieser Phase wurde zunächst ein übergreifendes Leitbild und -ziele für das GSZM-Areal entwickelt, auf dessen Basis anschließend von Planungsteams ein städtebaulich-freiraumplanerisches Konzept – einem Masterplan – ausgearbeitet wird. Für die Erstellung des Leitbildes fanden zuvor im Sommer 2022 Gespräche mit den größeren Nutzer:innen des Geländes sowie verschiedene Workshops und Abstimmungen mit dem bezirklichen Stadtentwicklungsamt, der BIM und den verantwortlichen Fachämtern im Winter 2022/2023 statt.
Auf Grundlage der Anregungen und Ideen aus der Phase 0 sollten die Aufgabenbeschreibung und Auslobungsunterlagen für den Wettbewerblicher Dialog erstellt werden. Aus vergaberechtlichen Gründen musste das Masterplanverfahren 2023 gestoppt werden. Durch den zeitlichen Verzug standen zudem nicht ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, so geht es aus der Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Taylan Kurt (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) vom 6. März 2025 hervor.
Wiederaufnahme des Planungsverfahrens 2026
Mit dem BVV-Beschluss vom 26. Juni 2025 wurde die Wiederaufnahme des Planungsverfahrens empfohlen. Das Projekt soll ergänzend zu den bereits vereinbarten Planungsinhalten zur Errichtung eines klimaresilienten und CO2-neutralen Quartiers für soziale und gesundheitliche Leistungen um das Thema gemeinwohlorientierter Wohnformen erweitert werden.
Seit Mai 2026 erarbeitet das Planungsbüro ora im Austausch mit der BIM, verschiedenen Fachämtern, Akteur:innen vor Ort und landeseigenen Wohnungsunternehmen einen integrierten städtebaulichen Rahmenplan. Nach der Analyse des Bestands und der bisherigen Ideen werden unterschiedliche Varianten zur Weiterentwicklung der Bebauung, des Freiraums, der Nutzungen und der Erschließung untersucht. Die Hinweise und Perspektiven aus den bisherigen und neuen Beteiligungsformaten fließen dabei fortlaufend in die Planung ein. Ziel ist es, mit dem städtebaulichen Rahmenplan ein Zukunftsbild für das GSZM zu entwickeln, das in den nächsten Jahren handlungsleitend ist.
Und auch die Beteiligung geht weiter:
Bei der öffentlichen Planungswerkstatt am 1. Oktober 2026 im Großen Hörsaal (Haus J, Turmstraße 21) wurden der aktuelle Planungsstand und die Entwicklungsvarianten vorgestellt. Alle Interessierten waren eingeladen, die Vorschläge vor Ort zu diskutieren, Fragen zu stellen und eigene Hinweise und Perspektiven einzubringen. Die Rückmeldungen wurden ausgewertet und flossen in die weitere Ausarbeitung des Rahmenplans ein. Über den weiteren Prozess und seine Ergebnisse informieren wir Sie hier an dieser Stelle.