Jugendverkehrsschule
Die Jugendverkehrsschule Tiergarten (JVS) in der Bremer Straße 10 ist eine Einrichtung für eine wohnortnahe Mobilitätserziehung sowie ein grüner Freiraum. Das Funktionsgebäude sowie die Fahrbahnen sind sanierungsbedürftig. Aufbauend auf dem Nachhaltigkeitskonzept „Bremer Straße 2030“ soll die JVS zu einem modellhaften Ort für urbane Mobilität weiterentwickelt werden.
Seit 2013/14 war das Areal der Jugendverkehrsschule (im Folgenden „JVS“) von der Debatte zwischen Erhalt und Wohnungsneubau (durch eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft) geprägt. Viele Anwohner:innen und überörtliche Initiativen setzten sich für den Erhalt der Einrichtung ein – sowohl als Ort für wohnortnahe Mobilitätserziehung als auch als lokalen, grünen Freiraum mit Entwicklungspotenzial.
Infrastrukturkonzept „Bremer Straße 2030“ und erste Beteiligung
Im März 2016 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (im Folgenden „BVV“), das Untersuchungsgebiet Bremer Straße inklusive des Areals der JVS als sozial-ökologisch-pädagogischen „Nahraum Bremer Straße“ zu entwickeln (Drucksache 2667/IV). Hierfür wurde das Infrastrukturkonzept „Bremer Straße 2030“ beauftragt (Stadtentwicklungsgesellschaft STATTBAU) und 2019 fertiggestellt.
Im Rahmen der Erstellung des Nachhaltigkeitskonzepts wurde eine Beteiligung durchgeführt, welche auch die JVS behandelte. Die Beteiligung umfasste eine öffentliche Werkstatt „World Café“ und einen öffentlichen Stadtspaziergang sowie amtsinterne Formate. Im Ergebnis regt das Konzept an, die JVS als einen modellhaften Ort für urbane Mobilität weiterzuentwickeln. Hierbei sollen u.a. Mehrfachnutzungen ermöglicht, die Freiflächen klimaangepasst und das Gelände zum Stadtraum geöffnet werden. Neben der wichtigen Funktion als außerschulischen Schulstandort für die Verkehrserziehung von Kindern soll sich die JVS auch für Erwachsene als Ort rund um Themen der Mobilität entwickeln (z.B. Lastenräder, Carsharing, E-Roller, Reparaturwerkstatt). Das Konzept „Bremer Straße 2030“ empfiehlt den Abriss des Bestandsgebäudes und die Realisierung eines Neubaus mit einer Bruttogrundfläche (BGF) von 500 m².
Machbarkeitsstudie zur Jugendverkehrschule
Folgend beschloss die BVV Mitte, den Standort der JVS grundlegend zu qualifizieren und weiterzuentwickeln (Drucksachen 1632/VI und 1031/VI). Um den Empfehlungen des Nachhaltigkeitskonzepts „Bremer Straße 2030“ in Bezug auf die JVS sowie den BVV-Beschlüssen zu begegnen und die Finanzierung sicherzustellen, wurde im Sommer 2025 die Bürogemeinschaft ff-Architekten + S.T.E.R.N. GmbH zur Durchführung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese wurde Anfang 2026 fertiggestellt und kann unter „Downloads“ eingesehen werden („Entscheidungsvorlage zur Machbarkeitsstudie“).
Vor dem Hintergrund der Standortsuche einer Mittelpunktbibliothek in Moabit (Alternativstandort für Bruno-Lösche-Bibliothek) wurde die Prüfung eines Bibliotheksneubaus auf dem Areal der JVS als Arbeitsschritt in die Machbarkeitsstudie aufgenommen. Somit wurden die drei folgenden Szenarien untersucht:
- „Neubau Verkehrsschule“: kleiner Neubau mit mindestens einem zusätzlichen Mehrzweckraum (ca. 70 qm) sowie entsprechend aktuellen Bedarfen einer JVS
- „Neubau Verkehrsschule + Bibliothek“: großer Neubau mit 3.500 m² Bruttogeschossfläche (BGF) für die Bibliothek zusätzlich zur benötigten BGF der JVS und unter Beibehaltung der Freiflächen für die JVS
- „Qualifizierung im Bestand“, kein Neubau, energetische Sanierung des Bestandsgebäudes, Prüfung von An- oder Aufstockungsmöglichkeiten
Hierbei wurden einerseits verschiedene Rahmenbedingungen zur Entwicklung der Gebäude und der Freiflächen geprüft (u.a. stadträumliche Situation, Denkmalschutz, Planungs- und Baurecht, Stadtklima, technische Infrastruktur, Kostenschätzung). Andererseits wurden mehrere Varianten für den zukünftigen Umgang mit dem Grundstück, Raumprogramme und Mehrfachnutzungen erarbeitet.