Heilgarten
Mit etwa 250.000 € war die Neuerrichtung des Heilgartens auf dem Gelände des Gesundheits- und Sozialzentrums Moabit (GSZM) bisher das größte Einzelprojekt im Begrünungsprogramm Turmstraße. Die Heilpädagogische Ambulanz und das Zentrum ÜBERLEBEN nutzen den Heilgarten für Einzel- und Gruppentherapien mit Kriegsgeflüchteten und Folteropfern.
Vor dem Hintergrund des Flächenbedarfs für den ursprünglich geplanten „Hybrid“-Neubau (Mittelpunktbibliothek und Staatsanwaltschaft) musste der alte Standort des Heilgartens verlagert werden. Hierfür konnte gemeinsam mit der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), dem Zentrum ÜBERLEBEN gGmbH und der Heilpädagogischen Amublanz Berlin gGmbH ein passender Ersatzstandort auf dem GSZM-Gelände gegenüber des Hauses K gefunden werden.
Nach Plänen des Landschaftsarchitekturbüros planwerkstatt haas-wohlfarth wurde der neue Heilgarten auf einer Fläche von ca. 2.150 m² von August bis Dezember 2021 realisiert. Einerseits offene belebte und andererseits abgegrenzte ruhige Bereiche bieten Platz für die therapeutische Arbeit sowie zum Gärtnern oder für Spiel, Sport und Feste. Die vorhandenen Bäume wurden weitgehend erhalten, Unterholz und Strauchflächen ausgelichtet. Der Bereich ist von einem 1,10 m hohen Stabgitterzaun eingerahmt, der Kleintieren einen ca. 10 cm hohen Durchschlupf bietet. Eine überwiegend aus Rosen bestehende Hecke soll im Laufe der Zeit in den Zaun hineinwachsen. Zusätzliche Obstbäume, Beerensträucher, Kletterpflanzen, Stauden, Gräser und Farne sowie mehrere hundert Windröschen, Krokusse und Tulpen sorgen für eine farbenfrohe Gestaltung vom frühen Frühjahr bis zum späten Herbst. Der Heilgarten bietet Nahrung und Unterschlupf für Vögel, Insekten und andere Kleintiere, hilft Regenwasser zu versickern und leistet dadurch einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz.
Im Mai 2022 wurde im Rahmen des bundesweiten Tages der Städtebauförderung die Neugestaltung des Heilgartens zusammen mit dem Zentrum ÜBERLEBEN und der Moabiter Öffentlichkeit gefeiert. Die Veranstaltung umfasste Fachvorträge sowie eine Führung über das Gelände des Gesundheits- und Sozialzentrums und wurde durch einen Flohmarkt, internationale Köstlichkeiten und ein Coffeebike flankiert.