Kulturmanege Moabit
Manege frei! Auf dem vom Moabiter Ratschlag e.V. betreuten Otto-Spielplatz wurde während der Corona-Pandemie eine Manege aus gebrauchten Materialien errichtet, die sich großer Beliebtheit erfreute. Mit der Kulturmanege soll der Kulturort nun langfristig verstetigt werden.
Der 5.000 m² große Otto-Spielplatz wird seit 2011 vom Moabiter Ratschlag e.V. im Auftrag des Jugendamtes betreut. Während der Corona-Pandemie entstand die Idee, die ungenutzte Pergola neben dem Spielhaus zu einer Manege umzubauen. Ein Provisorium aus gebrauchten Planen und Holzstützen (Materialkosten: ca. 1.000 €) wurde realisiert und als Rückzugsort für den Spielplatz sowie für Kinoabende, Zaubershows, Theater- und Akrobatikaufführungen genutzt.
Vom Provisorium zur Idee eines Zirkuszeltes
Aufgrund der hohen Nachfrage trat der Moabiter Ratschlag e.V. mit der Idee einer baulichen Verstetigung der Manege an die Planungsbeteiligten des Förder- und Sanierungsgebietes Turmstraße heran. In mehreren interdisziplinären Projektrunden wurde die Maßnahme konkretisiert. Im Stadtteilplenum wurde die Planung öffentlich vorgestellt und im Beteiligungsworkshop wurden Anregungen zum Zelt und seiner Ausstattung, zur Freiflächengestaltung und zu möglichen Nutzungen gesammelt. Neben der Nutzung während der Öffnungszeiten des Otto-Spielplatzes ist zukünftig die Öffnung der Manege für Nutzer:innen von Bildungs- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Vereinen und Initiativen in den Abendstunden oder am Wochenende vorgesehen.
Der Aufbau des Zirkuszeltes
Ende Mai 2025 erfolgte die Aufstellung des Oktagon-Zeltes (ca. 135 m²) an der Stelle der ehemaligen Pergola, was mit einem Richtfest am 27. Mai 2025 auf dem Ottoplatz gefeiert wurde. Ergänzt wird das Zelt durch zwei 10-Fuß-Container als Lager- und Backstageräume. Ein neuer Zugang zum Ottopark ermöglicht eine Nutzung auch außerhalb des Spielplatzbetriebs und schafft Sichtbarkeit. Die Garten- und Landschaftsbauarbeiten haben im Januar 2025 begonnen und sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Zur Beheizung in den kälteren Monaten wird aktuell eine Luft-Luft-Wärmepumpe zusammen mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Spielhaus installiert. Außerdem werden die Sitzplätze und die Technik im Inneren installiert. Zum Tag der Städtebauförderung am 09. Mai 2026 wird dann die große Einweihung gefeiert.
Mit der Kulturmanege Moabit hat der Stadtteil ab 2026 einen neuen Bildungs- und Kulturort. Die Baukosten (ca. 650.000 €) werden über das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren und Quartiere“ finanziert, die Planungskosten aus bezirklichen Mitteln.
Beratung durch die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK)
Besonders die Beheizung des Zeltes hat die Planenden vor eine Herausforderung gestellt. Während die meisten Zelte dieser Art mit Gasheizungen betrieben werden, war schnell klar, dass hier eine zukunftsorientierte und innovative Lösung gefunden werden muss. Dank der Beratung durch die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) konnten wurden vor Ort verschiedene Szenarien für die Zeltbeheizung, Integration von erneuerbaren Energien und Kombinationsmöglichkeiten mit dem Bestandheizungssystem des anliegenden Vereinsgebäudes analysiert. Für die Beheizung des Zirkuszeltes wurde der Einsatz einer Wärmepumpe in Kombination mit einer elektrischen Infrarotheizung für Spitzenlasten empfohlen. Da die Beheizung des Zirkuszeltes nicht ganztägig benötigt wird, wurde zudem die Integration der Wärmepumpe in das Bestandheizungssystem des anliegenden Vereinsgebäudes empfohlen.
Mit der Kulturmanege Moabit ist so ein echtes Leuchtturmprojekt für klimafreundliche Energieversorgung mitten in der Stadt ist entstanden, mit einem grundlegend neu gedachten Energiekonzept: Installation von zwei Luft-Luft-Wärmepumpen zur Heizung und Kühlung des Zirkuszelts, eine Aufdach-Photovoltaikanlage und Mitversorgung des Bestandsgebäudes durch die Wärmepumpen. Das Ergebnis ist eine zukunftsfähige Energieversorgung, sinkende Betriebskosten und ein aktiver Beitrag zur Dekarbonisierung.
In dem Video wird die KMU-Detailberatung durch KEK beim Moabiter Ratschlag e.V. vorgestellt. ©Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK)